In den letzten Jahren haben Schilddrüsenerkrankungen stark zugenommen, 30 bis 50% der Deutschen hat Probleme mit der Schilddrüse, oft ohne es zu wissen; besonders häufig kommen Erkrankungen in der zweiten Lebenshälfte vor: ab dem 45. Lebensjahr ist jeder Zweite betroffen, Frauen sind stärker gefährdet als Männer.
Unter den Drüsen des menschlichen Körpers nimmt die Schilddrüse eine herausragende Stellung ein, denn ihre Hormone regulieren vor allem die gleichbleibende Körpertemperatur, den Wasserhaushalt, den Sauerstoffverbrauch sowie die Funktionen des Gehirns. Außerdem nehmen die Schilddrüsenhormone auch über den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißhaushalt indirekt Einfluss auf das Wachstum und die körperliche Entwicklung.
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ am Hals unter dem Schildknorpel vor der Luftröhre. Sie ist ein wichtiges Steuerorgan für viele Hormonprozesse und wird vom TSH (Thyreoida/ Schilddrüse stimulierendes Organ) des Hypothalamus angeregt und bildet die Hormone T 4 (Thyroxin) und T 3 (Trijodthyronin), die beide aus der Aminosäure Tyrosin entstehen, an die Jod angelagert wird. Die Freisetzung der Schilddrüsenhormone unterliegt einem speziellen Regelkreis: die Hirnanhangdrüse im Gehirn produziert das TSH, das die Freisetzung von T3 und T4 aus der Schilddrüse bewirkt. Umgekehrt hemmen zu hohe Spiegel an Schilddrüsenhormonen die Freisetzung von TSH. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist das TSH daher vermindert, bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist das TSH erhöht.
Schilddrüsenerkrankungen sind nicht leicht zu erkennen, da sie zu Beginn meist schleichend verlaufen und die Beschwerdebilder können vielfältig sein: Konzentrationsschwäche, kühle, trockene Haut, Gewichtszunahme, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit (z.B. bei einer Unterfunktion der Schilddrüse) ebenso wie Herzklopfen, innere Unruhe, Schweißausbrüche, Gewichtsabnahme, Hitzeempfindlichkeit (z.B. bei einer Schilddrüsenüberfunktion) aber auch unerfüllter Kinderwunsch oder depressive Verstimmungen können mit der Schilddrüse zusammenhängen.
Erkrankungen der Schilddrüse können sich äußern als Struma (Kropf), Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion, Morbus Basedow), Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Schilddrüsenentzündungen (akute Thyreoiditis, subakute Thyreoiditis De Quervain, Autoimmunthyreoiditen z.B. Hashimoto) sowie gute oder bösartige Neubildungen.
Diagnostiziert werden Schilddrüsenerkrankungen in der Regel nach einer körperlichen Untersuchung durch das Abtasten der Schilddrüse, ein Ultraschall und einige Laborwerte (TSH/ Schilddrüsenstimulierendes Hormon, fT4, fT3, Antikörper/ TPO-Ak und Tg-AK). Spezielle Untersuchungen können sich anschließen.
Als mögliche Ursachen von Schilddrüsenerkrankungen werden u.a. angesehen: familiäre Belastung, hormonelle Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre), langjährige Einnahme der Antibabypille, lang anhaltender Stress, große psychische Belastungen, Impfungen, Östrogendominanz und auch die erhöhte Jodzufuhr z.B. durch die Lebensmitteljodierung.
Die Therapie erfolgt nach Art der Erkrankung z.B. die Verabreichung von Schilddrüsenhormonen oder Medikamenten, welche die Schilddrüsenfunktion hemmen. Aber auch eine Operation oder eine Radiojodtherapie können notwendig sein. Ist die Schilddrüse von Entzündungen betroffen, kommt es zum Einsatz von Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten.
Eine gute Möglichkeit der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen stellt die klassische Homöopathie dar. Nach einem langen Gespräch, das viele Aspekte des Lebens des Patienten umfasst um die notwendigen Informationen für die Wahl des Mittels zu liefern, wird ein homöopathisches Mittel verschrieben. Evtl. Schilddrüsenhormone werden nicht abgesetzt, sondern weiter eingenommen; sollten sich die Laborwerte ändern, kann die Dosis angepasst werden.
Nach einigen Wochen sollten ein zweites Gespräch und eine Überprüfung des Hormonstatus stattfinden, um festzustellen, ob das Medikament global wirkt oder ein Folgemittel gesucht werden sollte. Da es sich bei Schilddrüsenerkrankungen meistens (Ausnahme akute Entzündungen) um chronische Prozesse handelt, werden sich die Symptome nicht so schnell ändern. Allerdings wird die Lebenskraft angeregt und man kann anhand von anderen Zeichen Veränderungen im Allgemeinbefinden und im Energiehaushalt beziehungsweise der Psyche erkennen, ob und wie das Mittel wirkt.
Durch eine homöopathische Behandlung kann man immer wieder erleben, dass sich die Chancen einer Heilung bzw. Besserung erhöhen, die Lebenskraft gestärkt und angeregt wird und sich Energie und Lebensfreude wieder durchsetzen.
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Carina Knauf-Bock, Heilpraktikerin